Willkommen bei Wolford With Women! Wir möchten im Rahmen dieser Initiative einen Raum für bestärkende Geschichten zur Unterstützung und Ermutigung von Frauen auf der ganzen Welt schaffen.

Das ganze Jahr über werden wir sowohl Figuren aus der Vergangenheit als auch zeitgenössische Frauen vorstellen, um ihre Geschichten zu feiern.

Wir glauben, dass wir, einen ersten Schritt machen, um Frauen darin zu stärken, die Herausforderungen ihres Alltags zu meistern, indem wir Frauen eine Stimme und einen Raum geben, um ihre bemerkenswerten Erfahrungen zu teilen. Wir wollen die Gleichberechtigung der Geschlechter unterstützen, indem wir diesen Geschichten ihrer gelebten Erfahrungen zuhören und daraus lernen.

Seit über 70 Jahren unterstützen wir Frauen dabei, sich frei zu bewegen und sich großartig zu fühlen. Jetzt ist es an der Zeit, unseren Einsatz für die Gleichberechtigung erneut zu bekräftigen. Wir hoffen, dass wir die Gesellschaft durch diese Plattform diesem Ziel einen Schritt näher bringen können.

Dieses Projekt wird durch den Autor und Journalisten Carmelo Abbate ermöglicht. Er war viele Jahre der Sonderkorrespondent des wöchentlichen Magazins Panorama. Jetzt ist er Gründer des digitalen Multimediaprojekts „Storie degli Altri“ (Geschichten der anderen), das sich über verschiedene innovative Kanäle präsentiert: soziale Netzwerke, Internetseiten, Bücher, Podcasts, Videos, die innerhalb von anderthalb Jahren auf ganz natürliche Weise eine Community mit einer halben Million Frauen erreicht haben.

 

RITA LEVI-MONTALCINI

Das ist Rita. Sie wird 1909 in Turin geboren. Ihr Vater ist Ingenieur, ihre Mutter Malerin. Rita hat eine Zwillingsschwester sowie einen älteren Bruder und eine ältere Schwester. Sie ist wissbegierig und liebt das Lesen und Rechnen. Sie geht zu ihrem Vater. Papa, kann ich Mathematikerin werden, so wie du? Er schüttelt den Kopf. Das ist Männersache, du wirst auf eine Mädchenschule gehen, so wie deine Schwestern. Rita blättert durch ein paar Kochbücher, schlägt sie schnell wieder zu. Sie ist betrübt. Sie hat das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Sie vertraut sich ihrer Gouvernante an. Giovanna trocknet ihre Tränen und nimmt sie mit auf einen Spaziergang durch die Wälder. Rita fühlt sich freier, beruhigt sich.

Sie ist 21 Jahre alt. Ihre Schwestern sind bereits ausgezogen. Ihr Vater neckt sie. Und du, wann wirst du heiraten? Rita wird schon bei dem Gedanken daran schlecht. Sie ist verwirrt, weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie sucht Trost bei ihrer geliebten Gouvernante. Sie findet sie bettlägerig vor. Mein Kind, ich habe Krebs. Rita kümmert sich Tag und Nacht um sie, will ihr helfen, doch weiß nicht wie. Schließlich muss sie sich tränenreich verabschieden. Sie geht nach draußen, läuft die Wege, die sie mit Giovanna gelaufen ist, mit jedem Schritt wird ihr Herz leichter und plötzlich sieht sie klar. Rita kommt nach Hause und platzt in das Büro ihres Vaters. Vater, ich möchte keine Ehefrau und Mutter sein, ich möchte Ärztin werden. Ihr Vater steht auf. Ich bin anderer Meinung, doch ich werde dich nicht aufhalten. Rita ist überglücklich. Sie macht die verlorene Zeit wett, holt innerhalb von acht Monaten die Oberschule nach und schreibt sich für Medizin ein. Der Zweite Weltkrieg bricht aus, Rita studiert weiter, spezialisiert sich auf Neurologie, richtet sich zu Hause ein Labor ein. Sie fühlt sich lebendig. Eines Tages klingelt das Telefon. Rita antwortet, hört zu, traut ihren Ohren nicht. Die St. Louis Universität in den USA bietet ihr eine Forschungsstelle an. Wollen Sie zu uns kommen? Rita sagt sofort zu.

Es ist 1986, Rita Levi Montalcini fliegt nach Stockholm. Sie ist die erste italienische Frau, die den Nobelpreis für Medizin gewinnt. Sie widmet den Preis Giovanna und allen Frauen auf der ganzen Welt. Gebt euch nie

 
 

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RITA HAYWORTH

Das ist Margarita. Sie wird 1918 in New York geboren. Ihre Mutter ist Schauspielerin, ihr Vater Flamenco-Tänzer. Ihr Vater ist ein strenger, getriebener Mann und hat das Sagen. Margarita steht am Fenster und beobachtet ihre Brüder, die draußen Spaß haben und spielen. Papa, bitte, darf ich auch rausgehen? Er packt sie am Arm. Los, tanze! Du wirst ein Star werden, zum Spielen hast du gar keine Zeit. Margarita ist 12. Sie tritt im Kasino auf und tanzt die ganze Nacht. Die Männer, die ihr zusehen, rauchen, trinken und klatschen. Sie weint. Sie wird größer.

Es ist 1937. Ein Zuschauer folgt ihr in die Garderobe. Er ist doppelt so alt wie sie, ein Autoverkäufer: Ein Mann, der weiß, worauf es ankommt. Du bist die geborene Schauspielerin, ich kann dir Liebe geben und dir zu Erfolg verhelfen. Margarita sieht dies als Chance, ihrem Vater zu entkommen, und heiratet ihn. Sie wollte einen Ehemann und eine Familie, sie bekommt einen Manager. Sie wird als Rita Hayworth bekannt. Eines der größten Sexsymbole ihrer Zeit. Ihr Mann ist nie da, wenn sie abends nach Hause kommt, er ist unterwegs und amüsiert sich. Rita trinkt, tanzt allein, stürzt sich in ihre Arbeit. Als sie Orson Welles kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick, sie lässt sich scheiden und heiratet ihn. Sie gibt sich ihm hin, schließlich ist er die Liebe ihres Lebens. Sie wird schwanger und ist nun die Mutter, die sie sein wollte. Jetzt beginnt auch Orson abends spät nach Hause zu kommen. Rita möchte den Grund erfahren. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. „Ich habe eine Diva geheiratet, jetzt habe ich eine Hausfrau.“

Wieder allein, wünscht sie sich jemanden, der sie liebt, landet aber immer wieder in den Armen von Männern, die Gilda, die Figur aus ihrem Film, mit ins Bett nehmen und auch mit ihr aufwachen wollen. Der letzte ist ein Prinz, er füllt ihre Hotelsuite mit Blumen und steckt ihr einen Diamantring an den Finger. Sie bekommt eine zweite Tochter und während sie das Baby stillt, ist er unterwegs und jagt anderen Frauen hinterher. Rita findet Trost in den Armen eines Sängers, dann eines Produzenten. Die Zeit vergeht. Es sind die Siebziger. Rita geht nachts allein mit ihren Hunden in Beverly Hills spazieren, in der Hoffnung, einfach einmal ihre Nachbarn zu treffen. Sie trinkt und vergisst am Set ihren Text. Sie hat Alzheimer und alle machen sich aus dem Staub. Sie hat Angst. Jemand klopft an die Tür. Wer sind Sie? Es ist ihre jüngere Tochter. „Mama, ich werde mich um dich kümmern, keine Sorge, ich lasse dich nicht allein.“

 
 

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JACKIE KENNEDY

Das ist Jacqueline. 1929 wurde sie als Tochter einer der New Yorker High-Society-Familien geboren. Sie ist ein introvertiertes und zurückhaltendes Mädchen, das in seinem Zimmer viele Bücher liest. Das missfällt ihrer Mutter, die sie zu Reitstunden, zum Wasserskifahren und Tanzkursen drängt. Meine Kleine, wenn du groß bist, wirst du die perfekte Frau eines wichtigen Mannes sein. Jacqueline geht auf die besten Schulen und verkehrt mit den anerkanntesten Leuten, aber sie ist unstet und rebellisch.

Sie wird größer, schließt mit 18 die Schule ab, signiert ihr Highschool-Foto. Ich will etwas werden und nicht einfach ein Hausfrauendasein führen. Sie schließt ihr Kunstgeschichtsstudium ab, arbeitet für eine Zeitung, lernt einen jungen Mann kennen und will ihn heiraten. Ihre Mutter nimmt einen Schluck Tee. Meine Liebe, sein Kontostand ist deiner nicht würdig, denn nur Macht und Geld bringen Glück. Jacqueline möchte nur noch schreien, aber sie gibt nach und gibt ihm seinen Ring zurück. Sie konzentriert sich auf ihre Karriere und interviewt John Kennedy, einen jungen Kongressabgeordneten, gutaussehend, intelligent – und unfassbar reich. Ein paar Monate später schmückt ein riesiger Diamant ihren Ringfinger. Diesmal freut sich ihre Mutter und wählt das Hochzeitskleid ihrer Tochter aus.

Es ist 1953. Jacqueline gibt ihre Karriere auf und wird die perfekte Ehefrau. Sie drückt ein Auge zu bei den Affären ihres Mannes, geht mit ihm zu Kundgebungen und bringt zwei Kinder zur Welt. John wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt, sie wird Jackie Kennedy, die First Lady.

Es ist 1963. Jackie und John sind schön, reich, mächtig, ihnen liegt die Welt zu Füßen. Sie fahren in einer Autokolonne durch Dallas – da fällt ein Schuss. Jackie klammert sich an ihren sterbenden Mann. Sie hat alles verloren. Sie ist allein und hat Angst. Sie befolgt den Rat ihrer Mutter. Sie lernt Aristoteles Onassis kennen, den reichsten Mann der Welt. Sie haben ein paar Jahre miteinander, bevor er stirbt.

Jackie ist erst 46, sie ist immer noch elegant und schön, sie kann noch viel erreichen. Aber sie ist müde. Sie sucht sich einen Job und wird Beraterin bei einem Verlag. Sie will nicht die Frau oder die Tochter von irgendjemandem sein. Sie will einfach nur Jacqueline sein.

 
 

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VICTOIRE GOULOUBI

Victoire Gouloubi, geboren am 8. Mai 1981 in Brazzaville in der Republik Kongo, wächst in einer Großfamilie mit 15 Geschwistern auf. Nach dem Abitur, das sie in Sprachen absolviert, schreibt sie sich an der juristischen Fakultät der Universität ein, pflegt aber weiterhin ihre Liebe zum Kochen, die bald zu einer Lebenseinstellung wird.

Im Jahr 2000 kommt sie nach Italien, lässt sich in der Region Venetien nieder, verfeinert ihre Kochkünste zunächst in Feltre und dann in Vicenza, schließlich zieht sie nach Mailand.

Dort stehen viele hoffnungsvolle Köche Schlange, um im 2-Sterne-Michelin-Restaurant von Claudio Saber zu arbeiten. Mit großer Aufregung schließt sich Victoire diesem Team an, dem Team eines Profis, der sie an die Hand nimmt, ihr hilft, sie unterrichtet.

Sie gewinnt den Preis des Touring Club Italia für gute Küche, L'Espresso, ist "WE-Women for Expo 2015"-Botschafterin. Sie wird zur "Frau des Jahres" 2015 bei den Africa-Italy business awards erklärt.

Sie ist eine der Köche, die in "The Goddess of Food", einem preisgekrönten Film des französischen Regisseurs Verane Frediani, zu sehen sind.

Sie ist Präsidentin der Vereinigung "Le Toques Africains" und entwickelte und präsentiert "Il Tocco di Victoire" auf dem Sky-Sender Gambero Rosso.

Sie ist mit Simone, einem Mailänder Anwalt, verheiratet. Sie haben zwei Kinder.

 
 

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ELSA SCHIAPARELLI

Das ist Elsa. Sie wird 1890 in Rom geboren. Ihre Eltern sind adeliger Herkunft. Elsa ist ein lebhaftes Kind, ihre Kindermädchen haben keine Kontrolle über sie. Sie schließt sich in ihrem Zimmer ein und als sie wieder herauskommt, ist ihr Gesicht voller Blumensamen. Schaut, ich bin eine Blumenwiese!

Sie ist sechs Jahre alt und kommt schmollend aus der Schule nach Hause. Die Suppe in der Schule ist schrecklich! Niemand glaubt ihr. Elsa stiehlt etwas Suppe und serviert sie heimlich zu Hause. Es folgt eine von Bauchschmerzen geplagte Nacht. Ihr Onkel Giovanni ist ein berühmter Astronom. Elsa zeigt ihm die Sommersprossen auf ihren Wangen. Onkel, woran erinnern sie dich? Er sieht sie an, überlegt, ein Lächeln legt sich auf sein Gesicht. Mein Mädchen, du hast den großen Bären auf deinem Gesicht! Dann zeigt er ihr die Sterne mit seinem Teleskop. Ich verrate dir ein Geheimnis: Es gibt Menschen wie uns auf dem Mars. Elsa ist begeistert. Was bedeutet das! Ihr Onkel lacht. Das wirst du noch früh genug verstehen.

Sie wird erwachsen, sie ist 21 Jahre alt. Sie träumt davon, Schauspielerin zu werden. Ihre Eltern wollen, dass sie Akademikerin wird. Elsa schreibt ein Buch. Ihr Vater liest es, errötet, ist entsetzt. Das ist obszön! Sie wird in ein Schweizer Kloster geschickt. Elsa flieht nach London, lernt Count de Kerlor kennen, einen Wahrsager, Frauenheld und Abenteurer. Sie heiratet ihn.

Es ist 1920. Ihre Tochter Gogo wird geboren, ihr Ehemann verlässt sie. Elsa zieht nach Paris, geht in eine Boutique, befühlt die Stoffe, verliert sich in den Farben. Ich werde Designerin! Ihre Freunde versuchen, es ihr auszureden. Liebling, du solltest lieber gärtnern. Elsa arbeitet von zu Hause, später kauft sie einen Laden in der Nähe von Coco Chanel. Sie sind Rivalinnen, sie haben nichts füreinander übrig. Elsa besucht einen Ball und trägt ein Baumkostüm. Chanel stößt sie in einen Kerzenleuchter, woraufhin ihr Kleid Feuer fängt. Elsa löscht es mit einem Glas Wasser. Sie kreiert die Farbe „Shocking Pink“, entwirft ein Hummerkleid und einen Hut in der Form eines Schuhs. Ihre Kleidungsstücke widersprechen jeglicher Logik, doch Frauen lieben sie.

Es ist 1939. Ihre Astrologie-Kollektion bestätigt ihre Position in der Modewelt. Eine Brosche in der Form des Großen Wagens bildet das Highlight. Elsa Schiaparelli steckt sie sich an ihr Kleid. Lieber Onkel, du hattest Recht, ich bin ein Alien, eine Verrückte, ein Mädchen voller Vorstellungskraft, das von den Sternen träumt.

 
 

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MARIA CALLAS

Das ist Maria. Sie ist 1923 in New York geboren. Die Hebamme wickelt sie in eine Decke und ihre Mutter stößt sie ungläubig von sich. Sie wollte einen Jungen. Es dauert vier Tage, bis sie sich dazu durchringen kann, sie auf den Arm zu nehmen. Maria wächst zu einem kurzsichtigen, rundlichen Mädchen heran. Alle sind in ihre große Schwester vernarrt, die auch Gesangsunterricht nehmen darf. Maria versteckt sich hinter der Tür, hört zu, und geht dann in einen anderen Raum, um die Stimmübungen nachzumachen. Passanten bleiben stehen und lauschen gebannt. Ihre Mutter gibt nach und erlaubt auch ihr Gesangsstunden. Maria singt, arbeitet hart, will, dass ihre Mutter stolz auf sie ist.

Sie ist 11, sie nimmt an einem Wettbewerb teil und gewinnt eine Armbanduhr. Ihre Mutter lässt keine Diskussionen zu. Gib sie deiner Schwester! Weinend tut Maria, was ihr gesagt wird.

Es ist 1937. Ihre Eltern trennen sich und Maria geht mit ihrer Mutter zurück nach Griechenland. Sie besucht das Musikkonservatorium, tritt in Theatern auf, singt bis zum Umfallen. Die Musik ist ihre einzige Freundin, ihr Sinn im Leben, ihr Ort in der Welt. Ihre Stimme ist ihr Schutzschild.

Es ist 1945. Maria packt ihren Koffer und macht sich auf den Weg. Sie versucht ihr Glück zuerst in den USA, dann in Italien. In Verona wird sie zu einem Vorsingen eingeladen. Sie ist übergewichtig, ungeschickt, ungraziös, aber ihre Stimme ist atemberaubend. Der Geschäftsmann Giovanni Battista Meneghini ist völlig von den Socken. Und Maria auch. Er ist der erste Mensch, der ihr jemals Beachtung schenkt. Er wird erst ihr Manager, dann ihr Ehemann. Jobangebote häufen sich, die Theater auf der ganzen Welt kämpfen um sie. Maria nimmt 36 Kilo ab, ändert ihren Kleidungsstil, wird „die Callas“, „die Göttliche“.

Es ist 1957. Sie lernt Aristoteles Onassis kennen, den reichsten Mann der Welt. Maria verlässt ihren Ehemann und wirft sich in die Arme von Onassis. Sie träumt von einem Zuhause und einer Familie. Nach neun turbulenten Jahren verlässt er sie und heiratet Jackie Kennedy. Maria trocknet ihre Tränen, richtet ihr Make-up und geht erhobenen Hauptes auf eine Welttournee.

Es ist 1974. Sie steht in Sapporo, Japan, auf der Bühne, es ist ihr letzter Auftritt. Sie hat Angst. Ihre Stimme bricht und lässt sie im Stich. Maria fühlt sich einsam, verletzlich, schutzlos. Das Publikum steht auf und applaudiert ihr.

 
 

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Miriam Makeba

Das ist Miriam. Sie wird 1932 in einem Township-Vorort von Johannesburg in Südafrika geboren. Ihre Mutter bringt sie in einer Hütte zur Welt. Sie durchtrennt die Nabelschnur, wickelt das Baby in ein Tuch und legt es auf den Lehmboden. Schrei, meine Kleine, lebe. Miriam schreit auf, es klingt fast wie ein Lied.

Sie ist 5 Jahre alt. Ihre Mutter ist Dienerin im Hause einer weißen Familie, Miriam besucht sie einmal im Monat. Sie steigt aus dem Zug aus und rennt auf sie zu. Jemand schreit, die Polizisten werfen einen Mann zu Boden, sie treten, schlagen und bespucken ihn. Miriam ist angsterfüllt. Ihre Mutter drückt sie fest an ihre Brust. Weine nicht, sondern singe, immer, überall. Das Leben ist wunderbar.

Die Jahre vergehen. Miriam tritt dem Schulchor bei, sie ist sehr gut und wird auserwählt, ein Solo für König George VI. zu singen. Miriam wartet stundenlang im Regen, ihre Stimme lässt die Bajonette in den Händen der Soldaten zittern. Der König läuft vorbei, sieht sie nicht einmal an, er geht direkt weiter. Miriam singt weiter. Mit 17 bekommt sie ein Baby. Sie kümmert sich um ihre Tochter, arbeitet als Dienerin, als Babysitterin, als Wäscherin. Ein Cousin schlägt ihr vor, mit seiner Band aufzutreten und Miriam platzt fast vor Aufregung. Musikproduzenten hören sie singen und bieten ihr eine Tour an. Miriam macht sich barfuß und ohne Gepäck auf den Weg. Sie singt auf Bühnen in der ganzen Welt, prangert die Apartheid an, schreit mit lauter Stimme und singt über das Leiden ihres Volkes.

Es ist 1960. Ihre Mutter stirbt. Miriam ist in den USA, sie bereitet sich auf ihre Heimkehr vor, aber Südafrika verweigert ihr die Einreise und verbietet ihre Musik. Miriam singt voller Verzweiflung. Sie reist von einem Land ins andere. Sie ist unfähig, etwas zu tun, als ihre Tochter stirbt. Ihr einziges Zuhause ist die Bühne.

Es ist 1990. Nelson Mandela ist frei, er bittet sie zu sich. Miriam Makeba fliegt nach Johannesburg, besucht sofort das Grab ihrer Mutter und weint. Eine Menschentraube versammelt sich um sie herum, Erwachsene und Kinder singen ihre Lieder, sie tanzen und schenken ihr ihr strahlendes Lachen. Danke, Mama Afrika, Danke für alles, was du getan hast. Miriam kann es nicht glauben. Sie trocknet ihre Tränen. Du hattest Recht, Mama, es ist ein wunderbares Leben.

 
 

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Glorias Kunst: Frauenkörper

„ICH ZIEHE SIE AUS, UM SIE ZU BEFREIEN“.

Sie ist in einer Kleinstadt in Ligurien geboren, wächst mit ihren quälenden Gedanken auf und beobachtet die Menschen.

Sie ist Studentin der Kunstgeschichte in Florenz, in gewisser Weise Malerin, manchmal verliert sie sich in vergangenen Jahrhunderten und versucht die wilde Liebe (Leidenschaft?) zu spüren, die hinter einem Text, einem Gemälde, einer Unterhaltung steckt.

Sie verliert sich auf der Leinwand und in ihren Gedanken, um Nacktheit darzustellen und Schönheitsideale aufzubrechen.

Das philosophische und menschliche Temperament ist das einer Künstlerin, die versucht, zu reflektieren und einen inklusiven künstlerischen Raum zu schaffen, einen Zufluchtsort für die Verletzlichen.

 
 

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